6 Tipps wie Sie mit Autorität im Netz sichtbar werden

 

Autorität ist ein altes Spiel. So alt, dass Göttervater Odin es in Neil Gaimans Buch „American Gods“ noch immer am liebsten spielt. Er nennt das Spiel „Game Of Two“ und mit keinem anderen Spiel hat er bisher mehr Geld „verdient“.

 

Was ist Autorität?

Eine Uniform macht noch keine Autorität (© Brad & Ying, flickr, licensed under CC)
Eine Uniform macht noch keine Autorität (© Brad & Ying, „Mad About Shanghai“, licensed under CC)

Als Sicherheitsbeamter verkleidet setzt sich Odin im „Game Of Two“ vor ein Bankgebäude. Ein Schild am Nachttresor zeigt ein „Außer Betrieb“ und verweist auf den vermeintlichen Sicherheitsbeamten. Als die ersten Kunden eintreffen, um ihre Monatsgehälter in den Nachtresor einzuzahlen, entschuldigt sich Odin im Namen der Bank vielmals für die Unannehmlichkeiten. Er selbst wurde von der Bank als vorübergehender Ersatz abgestellt, um die Einzahlungen anzunehmen. Der Mann sieht offiziell aus, er trägt eine Uniform und das Schild am Nachttresor verweist auf ihn. Der Sicherheitsbeamte stellt sogar säuberlich Quittungen für jede Einzahlung aus. Wir werden später noch darauf eingehen, weshalb das Spiel „Game Of Two“ heißt. Fakt ist: Odin geht am Ende mit mehreren Tausend Dollar nach Hause.

Jetzt sind sowohl Odin als auch Neil Gaiman nicht gerade für Realitätsnähe bekannt. Die Geschichte verdeutlicht jedoch ein Sache: wahrgenommene Autorität verschafft Vertrauen. Sie verkörpert Kompetenz. Wahrgenommene? Genau. Autorität entsteht nicht aus sich selbst. Sie entsteht nur, wenn andere daran glauben.

 

Und was hat Autorität mit Ihrem Online-Marketing zu tun?

Das ganze Konzept der Google-Suche – des Entscheiders über Sein oder Nichtsein einer Webseite – basiert auf der Idee der Autorität. Laut der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page rankt Google Webseiten entsprechend ihrer Wichtigkeit. Sprich: Webseiten, die oft besucht werden, häufig verlinkt und geteilt werden, schätzt Google wichtiger ein als andere Webseiten. Und welche Webseiten sind das? Natürlich Webseiten, die:

a)      Inhalte bieten, welche für die Internetnutzer von Interesse sind und

b)      deren Inhalte als attraktiv, wahr und vertrauenswürdig wahrgenommen werden.

Kurz: Webseiten und deren Unternehmen, die eine Autorität in ihrem Feld darstellen.

Das kann reines Entertainment genauso umfassen wie Sachthemen.

 

Wie werde Sie eine Autorität?

Zuerst muss abweichend zu Gaimans kleiner Geschichte gesagt werden, dass man sich im Internet nur schwer einfach eine Uniform anziehen kann. Autorität muss man sich erarbeiten. Das bedarf Zeit und Durchhaltevermögen. Es gibt auch keine Arbeitsanweisung für diesen Prozess. Das Internet ist nun mal keine McKinsey-Schablone.

Es gibt jedoch ein paar Grundregeln, mit denen man gute Chancen hat, sich als Autorität in seinem Feld zu etablieren.

 

1. Finden Sie Ihre Kompetenz!

Schuster bleib bei deinen Leisten. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie können und wofür Ihr Unternehmen steht. Finden Sie Alleinstellungsmerkmale. Das kann sich aus dem Thema selbst ergeben, aus einer Verknüpfung mit einem anderen Thema oder der Betrachtung des Themas aus einem anderen Blickwinkel. Gleichen Sie Ihre Ergebnisse mit den Interessen Ihrer Zielgruppe ab. Nur weil Ihr neues Lautsprechersystem beruhigend auf die Frösche in Ihrem Gartenteich wirkt, muss das nicht heißen, dass Ihre Zielgruppe mit derselben Begeisterung auf dieses allabendliche Schauspiel reagiert. Außer natürlich, Sie wollen Ihr System an Zoos verkaufen.

 

2. Bieten Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert!

Autorität baut man sich nicht über ständige Verkaufsangebote auf, sondern über interessante, genuine und prüfbare Inhalte. Das heißt vor allem erst einmal: Geben ist schöner als Nehmen. Bieten Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert. Wenn Ihre Zielgruppe Vertrauen zu Ihnen gefasst hat und Sie als Autorität akzeptiert, wird sie automatisch Interesse an Ihren Produkten entwickeln.

 

3. Machen Sie Ihre Hausaufgaben!

Autorität ist kein Adhoc-Projekt. Recherchieren Sie die Bedürfnisse und Interessen Ihrer Zielgruppe. Beobachten Sie Ihre Mitbewerber. Planen Sie Ihre Kapazitäten und Möglichkeiten. Legen Sie fest, was Ihre Ziele sind und vor allem wie Sie in den Weiten des Netzes wahrgenommen werden wollen. Last but not least: ein gutes technisches Wissen über Nutzerverhalten, die relevanten Keywords, ergreifende Überschriften, spannendes Storytelling und eine attraktive Webseite hilft immer.

 

4. Machen Sie sich sichtbar!

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, oder? Ihre Inhalte können noch so gut sein. Wenn keiner sie kennt, ist der Effekt Null. Das Internet ist zu voll mit spannenden Inhalten, als dass man sich darauf verlassen sollte, dass Ihre Zielgruppe einfach so genau Ihre findet. Werden Sie in den sozialen Netzwerken aktiv, in denen sich das en gros Ihrer Zielgruppe bewegt. Teilen Sie Ihre Geschichten und Inhalte.

 

5. Lassen Sie sich helfen (der zweite Mann im Spiel)!

Nutzen Sie die Autorität anderer. Auch Odin wird irgendwann von zwei misstrauischen Polizisten hinterfragt. Diese rufen die Nummer seiner Sicherheitsfirma an, dessen Hörer der zweite Mann abnimmt. Er spielt den Arbeitgeber Odins und versichert den Polizisten in nonchalanter Art, dass Odin autorisiert ist, das Geld anzunehmen. Das heißt? Identifizieren Sie Influencer bzw. Multiplikatoren und kommen Sie mit ihnen in Kontakt. Influencer sind Internetnutzer und Sprachrohre, die bereits einen direkten Draht zu Ihrer Zielgruppe oder selbst ein gewisses Maß an Autorität (in Ihrem Thema) haben – außer natürlich, es handelt sich dabei um Ihre Konkurrenten. Animieren Sie die Multiplikatoren, Ihre Inhalte zu teilen, um eine schnellere und gezieltere Verbreitung zu ermöglichen. Wie? Ich weiß, es klingt ein wenig wie ein Mantra, aber: Gehen Sie zurück auf Los und kreieren Sie spannende Inhalte.

 

6. Bedenken Sie: Autorität ist ein Lebenswerk!

Sie haben es geschafft. Sie sind eine Autorität. Die Leute hören auf Sie. Sie machen im Netz die Runde. Und nun? Bleiben Sie dran! Autorität ist hart umkämpft. Sie wird jeden Tag neu verhandelt. Kontinuität ist deshalb das A und O eines nachhaltigen Online-Marketings. Zwar vergisst das Internet bekanntlich nicht. Doch es ist sehr tief, und der Nachschub von oben ist gewaltig.

 

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